Fußball und Golf: Ein faszinierender neuer Sport

Fußballgolf wird auch Soccergolf, Ballgolf und Footgolf genannt. Soccergolf entstand durch die Fusion der beiden weltweit beliebten Sportarten Golf und Fußball. Der mittlerweile auch in Deutschland beliebte neue Trendsport stammt ursprünglich aus Schweden. Bereits in den 80er Jahren entstanden in Schweden die ersten Anlagen für diesen neuen Kultport. Von damals bis heute wurden in Skandinavien mehr als 50 Anlagen neu gebaut. In Deutschland wurde die erste zertifizierte Fußball-Golf-Anlage im Jahr 2006 in Dirmstein eröffnet. Weitere Fußballgolfplätze wurden in Wiefelstede, Oldenburg, Pfullendorf, Hagen im Bremischen, Sande, Pleinfeld am Brombachsee, Schwerin, Neuried-Dundenheim (Baden-Württemberg), Inzell, Ottendorf-Okrilla, Rehling, Bodenkirchen und in Detmold geschaffen. Im Jahr 2007 wurde in der Fußballgolfanlage in Dirmstein die erste Weltmeisterschaft ausgerichtet.

Was konkret ist Soccergolf?

Ballgolf wird im Freien auf Anlagen, die wie Mini-Golfplätze angelegt sind, gespielt. Zertifizierte Socceranlagen verfügen über 18 Bahnen mit Entfernungen zwischen 50 und 300 Metern. Jede der 18 Bahnen verfügt über ein Zielloch, in welches der Ball eingelocht werden muss. Jede Bahn muss nacheinander bespielt werden. Das Ziel beim Fußball-Golf ist es, sämtliche Bahnen mit möglichst wenigen Schüssen zu meistern. Weiterhin gilt es, Strafpunkte möglichst zu vermeiden. Sieger ist, wer mit den wenigsten Ballberührungen beziehungsweise Schüssen und den wenigsten Strafpunkten den Ball ins Zielloch befördert.

Fußballgolf erfordert kein besonderes Equipment

Um Ballgolf zu spielen, wird keine besondere Sportausrüstung benötigt. Ein paar Utensilien sind aber dennoch unentbehrlich. Obwohl beim Fußballsport nicht geschwitzt wird, kann es vorkommen, dass die Kleidung durch Hindernisse oder Sand beschmutzt wird. Aus diesem Grund sollte Spielkleidung, beispielsweise das Trikot des Lieblingsvereins, getragen werden.

Soccergolf wird mit konventionellen Fußbällen Größe 5 gespielt. Bälle können in den Spielstätten ausgeliehen oder selbst mitgebracht werden.

Mit Noppen oder Stollen bestückte Schuhe sind in Fußballgolfanlagen nicht gestattet, da diese den Platz beschädigen. Das Spielen mit ungeeigneten Schuhen, zum Beispiel Sandalen, High Heels, Ledersohlen, etc. erfolgt auf eigenes Risiko. Zum Spielen gut geeignet sind Straßenschuhe und Sportschuhe. Um Verletzungen zu vermeiden, wird empfohlen, festes Schuhwerk zu tragen.

Außer einem kleinen Anspielhütchen, welches beim Abschlag (rechteckige Fläche am Startpunkt der Bahn) unter den Ball gelegt werden darf, ist die Benutzung von sonstigem Zubehör nicht gestattet.

Wie wird beim Fußball-Golf gezählt?

fussballgolf

Fußballgolf kombiniert auf innovative Art und Weise Elemente der beliebten Ballsportarten Fußball und Golf

Jede Bahn ist mit einem Startschild ausgestattet. Unmittelbar neben diesem Schild befindet sich der Abschlag. Das Zielloch am Bahnende ist mit einer nummerierten Zielfahne deutlich gekennzeichnet. Für jede Bahn ist eine Par-Zahl als Richtlinie für die maximale Anzahl an Schüssen festgelegt. Sie beträgt das Dreifache der Par-Zahl. Die zu bespielenden Bahnen sind in der Regel kürzer als der übrige Rasen geschnitten. Diverse Hindernisse verleihen jeder Bahn eine ganz spezifische Eigenart. Als Schuss zählt jede Ballberührung. Gelingt es trotz der maximalen Schussanzahl nicht, den Fußball ins Ziel einzulochen, wird der Ball aufgenommen. Weitergespielt wird am nächsten Loch. In diesem Fall erhält Spieler die vierfache Anzahl der Par-Zahl als Punktegutschrift. Dazu ein Beispiel: Auf einer Bahn mit der Barzahl 5 ist das Spiel nach 15 Schüssen oder Strafpunkten beendet.

Der Spieler erhält 20 Punkte. In allen anderen Situationen bekommt der Spieler die Punkte gutgeschrieben, die von ihm durch Schüsse und/oder Strafpunkte erreicht hat. Der Ball ist eingelocht, wenn dieser innerhalb des Zielloches zur Ruhe kommt und aus diesem nicht mehr heraus springen kann. Bei offiziellen Turnieren übernimmt ein Schiedsrichter die Funktion des Aufschreibers. Ansonsten wird ein Spieler aus der Gruppe (Flight) gewählt, welcher die Schreibfunktion übernimmt und die Einhaltung der Regeln überwacht. Wenn ohne Schiedsrichter Soccergolf gespielt wird, muss von jedem Spieler Verantwortung übernommen werden, die übrigen Teilnehmer nicht zu verletzen.

 

Die 5 wichtigsten Regeln beim Soccergolf

  1. Beim Fußballgolf ist jeder Spieler in Besitz eines Balls. Angestoßen wird der Reihe nach von der Anspielmatte beziehungsweise in der Startzone. In diesem Bereich informiert eine Tafel über die Bahn und die Hindernisse, die von den Teilnehmern überwunden werden müssen.
  2. Weitergespielt wird der Ball ab dem Punkt, an welchem er liegen geblieben ist. Dies ist auch dann der Fall, wenn der Ball außerhalb der eigentlichen Bahn zum Liegen kommt. Es schießt immer der Spieler zuerst, der sich in weitester Entfernung zum Zielloch befindet.
  3. Bleibt der Ball im “Aus”, beispielsweise auf einer benachbarten Bahn liegen, muss das Spiel vom Ausgangspunkt des letzten Schusses aus fortgesetzt werden. Der Spieler erhält einen Strafpunkt und muss den Schuss wiederholen. Auch das Zurückprallen des Balls von einem Außenzahn wird übrigens als “Aus” gewertet.
  4. Die Hindernisse auf der Bahn müssen vom Spieler entsprechend der Vorgaben, unter-, über- oder durchspielt werden. Für den Spieler wird ein Strafpunkt notiert und er muss anschließend den Schuss wiederholen. Falls der Ball trotz eines Fehlers im Zielloch platziert wird, erhält der Spieler dafür ebenfalls einen Strafpunkt. In diesem Fall wird der Ball an den vorherigen Abspielpunkt zurückgelegt.
  5. Darüber hinaus gilt in jeder Situation des Spiels die Regel: Fliegt ein vom Gegner gespielter Ball in die Schusslinie, wird die Ballposition gekennzeichnet und der Ball wird von der Bahn entfernt. Anschließend wird das Spiel an dieser Stelle fortgesetzt.

Leider ist der Begriff Fußballgolf aktuell noch nicht geschützt. Dies bedeutet, dass theoretisch jeder 18 Löcher ausheben und Ballgolf nach seinen eigenen Regeln spielen kann. Es ist deshalb wünschenswert, dass Soccergolf auf der Basis eines einheitlichen Konzepts unter der Leitung der “World Footballgolf Association” kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Folgende Vorteile bietet Fußball-Golf

Soccergolf soll allen Teilnehmern Spaß machen. Eine strenge Etikette wie zum Beispiel beim Golf ist für diesen Sport nicht vorgeschrieben. Die Vorteile dieser Funsportart sind:

  • Fußballgolf darf allein oder in Gruppen gespielt werden.
  • Eine teure Ausrüstung muss weder gekauft noch transportiert werden.
  • Auf der Mehrzahl der Plätze darf bereits ab 10 Euro gespielt werden, Gruppen erhalten häufig zusätzliche Ermäßigungen.
  • Fußballgolf kann gemeinsam von Alt und Jung gespielt werden.
  • Teilnahmebedingungen wie beim Golf, zum Beispiel ein gewisses Handicap oder eine Platzreife sind nicht vorgeschrieben.
  • Jeder hat eine Chance auf Erfolg, wer bereits Golf- oder Fußballerfahrungen mitbringt, ist im Vorteil.
  • Besonders viel Spaß macht Fußball-Golf, wenn es in einer Gruppe gespielt wird.
  • Große Mannschaften mit einer bestimmten Anzahl an Spielern sind nicht notwendig.
  • Das Risiko sich zu verletzen, ist sehr gering.

Tricks und Tipps für Anfänger

Die Meinung, dass ein Fußballspieler im Vorteil ist, ist falsch. Beim Fußballgolf ist nicht nur Ballgefühl, sondern auch die richtige Taktik und höchste Konzentration über die komplette Runde notwendig. Beim Putten auf den letzten Metern und beim langsameren Annähern ans Zielloch sind häufig Teilnehmer ohne Fußballerfahrung erfolgreicher. Mit den nachfolgenden Tipps können auch blutige Anfänger schnell Erfolge bei ihrem neuen Sport feststellen. Nicht auf einen Zufallstreffer hoffen. Besser sind perfektes Platzieren und anschließendes sicheres Verwandeln. Risiko führt nur selten zum Ziel. Um beim Fußballgolf den Ball im Ziel zu platzieren, sollte die Sohle des Fußballschuhs benutzt werden, da diese eine bessere Ballkontrolle gestattet. Mit der Schuhspitze lassen sich Schüsse aus der Distanz am besten platzieren. Deshalb darf beim Fußballgolf dazu auch die Picke eingesetzt werden.

Das ist Fussballgolf – Quelle: Matthias Grünefeld Youtube

Fazit: Fußballgolf ist eine faszinierende Mischung die Fans beider Sportarten begeistert

Fußballgolf ist eine tolle Möglichkeit für die gesamte Familie, sich gemeinsam sportlich an der frischen Luft zu betätigen. Um Spaß und Erfolg zu haben, muss man nicht Podolski mit Familiennamen heißen. Auch ohne Fußball- und Golftalent macht Fußball-Golf viel Spaß. Kinder sollten allerdings mindestens im Vorschulalter sein. Andernfalls kann es vorkommen, dass sie durch Fußballgolf überfordert werden und die Lust an diesem Sport verlieren. Als sportliche und lustige Alternative zum Minigolf besitzt Fußballgolf ein großes Potenzial, ein neuer Volkssport zu werden.